Die Horrorstory von Rudolf von Reding

Er hatte die Ehre, der erste Mensch zu sein, der im Jurassic Park Indonesiens von den letzten Drachen gefressen wurde. So erzählte man es uns zumindest & es reichte aus, unser Interesse zu zeigen.

Unser Guide begann mit einem Zeitsprung ins Jahr 1974. Es war der 18. Juli als Rudolf von Reding die Insel Komodo als Jagdexperte einer Filmcrew bereiste. Zwei gefürchtete Jäger vereint auf einer Insel. Eigenartig, sich in der Gegenwart von Lebewesen aufzuhalten, die sich weigern, dem Menschen den obersten Platz auf der Nahrungskette einzuräumen.

Vorbei an auftauchenden Schildkröten erreichte die Crew das zuhause der letzten Drachen. Eine kaum zu beschreibende Landschaft die an eine vergessene Zeit erinnert. Felsen und Hügel die aus dem Meer emporstiegen. In den Abendstunden zuvor verwandelte fluoreszierendes Plankton die Küste in ein glitzerndes Spektakel. Ein beeindruckender Ort und so machte sich die Crew an besagtem Tag auf Filmmaterial zu produzieren. Es war heiß an diesem Tag und die Luftfeuchtigkeit hoch. Leichter Wind bewegte das kniehohe Grass und rasselte in den Blättern der Palmen.

Mein Blick ging weit übers Meer. Wie es wohl der Mannschaft erging, zu wissen dass überall der Tot lauern könnte? Es müssen sehr stressige Tage voller Adrenalin gewesen sein. Vor allem wenn man erfährt wie die Geschichte weitergeht.

Man erzählte uns dass Rudolf von Reding nach vollbrachter Arbeit und einer kurzen Pause allein zum Schiff zurückkehren wollte. Der Mann war 79 Jahre alt und ein gefürchteter Jäger, er hatte keine Angst vor nichts und niemandem und so verschwand er hierbei für immer. Seine Frau Marguerite, Freunde, Hilfstruppen, selbst das indonesische Militär – alle suchten vergeblich nach ihm. Alles was man fand war seine Hasselblad-Kamera (mit zerrissenen Riemen) und seine blutverschmierte Brille. An diesem Platz markiert noch heute ein weisses Kreuz den Ort an dem der erste Mensch sein Leben an den letzten Drachen verlor. Unzählige weitere Menschenleben folgten.

Schwer zu sagen, ob der Mann das verdient hat, aber Rudolf von Reding hat die schönste Grabstelle der Welt und definitiv die eines Jägers würdig. Du kannst noch heute die Route von Rudolf von Reding wandern und den Platz besuchen an dem er wohl sein Leben verlor.